Hang Loose…Teil 2

Nachdem ich bereits 2008 vom Abmahnwahn berichtet habe kam es dann jetzt zum Supergau in der Geschichte, pünktlichst zum Stichtag hat der Anwalt, der bis dato auf seinen Kosten sitzen geblieben ist Klage eingereicht. Stichtag war 31.12., das Schreiben ging im Landgericht Hamburg zwischen Dienstschluss und 24 Uhr ein, da hat sich also jemand richtig schön Zeit gelassen.

Mein Anwalt hat zwei Möglichkeiten gesehen, aus der Geschichte rauszukommen, entweder vor Gericht oder zahlen. Da meine Rechtschutzversicherung im aktuellen Fall nicht greift weil erst nach der „Tat“ abgeschlossen und mein Glaube an unser Rechtssystem durch diese Sache nicht unbedingt der Stärkste ist habe ich mich entschlossen, zu zahlen. Die Kosten sind natürlich durch anfallende Gerichtskosten etc. inzwischen über den eigentlichen Betrag gestiegen. Meinem Anwalt nach wäre eine Möglichkeit, vor Gericht zu erreichen, dass der Streitwert, der ausschlaggebend für die Anwaltgebühr ist entsprechend nach unten korrigiert wird. Allerdings ist Gerichtsstand Hamburg, und dieser Umstand und die nicht greifende Rechtschutzversicherung haben mich dazu gebracht, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.

Eine Freundin brachte mich auf die Idee, vielleicht die Marke anfechten zu lassen, denn es kann einfach nicht sein, aus einem Allgemeingut wie dem Hang Loose Gruß eine Marke zu machen und damit Anwälte auf die Idee zu bringen, ihr Geld damit zu verdienen und es armen Leuten aus der Tasche zu ziehen, denn bei der Summe geht es um ein Monatsgehalt…Vielleicht finden sich ja ein paar Leute die Lust darauf haben, so einen Rechtsstreit vor Gericht auszufechten…
dazu !!hier!! ein interessanter Link!

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Daniel,

    ich glaube wir hatten damals telefoniert, weil ich auch abgemahnt wurde.
    Ich hatte ein kurzes und dennoch teures Gespräch mit einem Markenanwalt zum Thema anfechten.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man so etwas doch nicht schützen lassen kann. Das Gespräch ist eine Weile her, aber sinngemäß meinte der Anwalt, dass man mit so einer Aktion vermutlich keinen Erfolg hat, weil die Marke seit einem bestimmten Zeitraum verwendet wird und es somit nicht anfechtbar ist.
    Offensichtlich scheint jemand vor vielen Jahren auf dem Amt gepennt zu haben, als der findige Geschäftsmann auf München sich das Zeichen hat schützen lassen.
    Jetzt hätte man nur eine Chance auf Aufhebung, wenn die Marke einen bestimmten Zeitraum nicht genutzt werde würde.

    Viele Grüße
    Florian

  2. Hallo Florian,

    habe oben noch einen Link eingefügt, lies dir den Text mal durch, fand die dortige Argumentation sehr gut.

  3. Das klingt nicht schlecht, aber ich bin nach wie vor sehr skeptisch.
    Ich glaube nicht, dass der Begriff der Masse der Deutschen bekannt ist, so dass man der Marke das Recht absprechen kann, tatsächlich eine Marke zu sein.

    Ich glaube zwar, dass es heute nicht mehr möglich wäre, HL schützen zu lassen, aber die Frage stellt sich ja leider nicht.

    Wenn du wirklich Gewissheit haben möchtest, müsstest du den Fall mal mit einem guten Markenanwalt besprechen, alles andere ist Fischen im Trüben.

    Ich kann dir auch noch sagen, warum ich so skeptisch bin: Vor zwei Jahren hat einer mit seinem Auto im Rückwärtsgang die Straße überfahren und hat mich voll in der Seite getroffen. Bei mir war es ein wirtschaftlicher Totalschade in Höhe von 5000 €.
    Dieser Mensch hatte 3 Leute im Auto und 2 Kumpels am Straßenrand die für ihn gelogen haben.
    Die Polizei ermittelte sogar gegen diese Leute wegen Versicherungsbetrug.

    Das Gericht hat entschieden, dass ich nicht beweisen konnte, dass der Unfall unvermeidbar gewesen wäre. SOmit durfte ich 20% selbst zahlen. Dazu kamen noch die Selbstbeteiligung der Versicherung, und und und.

    Der Typ hatte einen Schaden von 300 Euro am Auto.
    Meine Versicherung ging durch den Unfall hoch und ich durfte mir ein neues Auto kaufen.

    Mein Vertrauen in die deutschen Gerichte ist somit etwas getrübt…

  4. Hallo Daniel!

    Ist vielleicht schon etwas älter dein Beitrag aber dennoch faszinierend zu lesen,mein Kumpel und ich hatten einen ähnlichen Fall bei der das Social Network facebook von irgendwelchen „spinnern“ abgegrast werden, die nachschauen ob irgendjemand eine Facebook Seite betreibt die ein Gewerbe oder eine „Institution“ beeinhaltet. Fehlt dort das richtige Impressum und gewisse Angaben dann erfolgt sogleich eine Klageerhebung und man soll zahlen. Erst vor wenigen Monatenänderte Facebook erst die Möglichkeiten solche Seiten nicht als „Business“ zu deklarieren, vorher konnte man es scheinbar nicht. Wir haben das jetzt schleunigst geändert, denn uns sind auch Fälle bekannt bei denen es dann teuer ausging.

    gruß

    Torsten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.